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Wird Instagram zum Tummelplatz für Kriminelle?

Instagram_Kriminelle

Die Foto-Community Instagram hat sich in den drei Jahren ihrer Existenz zu einem der populärsten sozialen Netzwerke entwickelt. Die von Kevin Systrom und Mike Krieger entwickelte Plattform, die mittlerweile mehr als 150 Millionen Nutzer zählt, wurde 2012 für umgerechnet eine Milliarde Franken an den Branchenprimus Facebook verkauft. Instagram wird überwiegend von Privatleuten genutzt, die dort harmlose Fotos mit anderen Usern teilen. In den letzten Wochen geriet das Netzwerk jedoch immer mehr in Verruf: Die englische Zeitung “Daily Mail” berichtet in ihrer Online-Ausgabe, dass auf Instagram vermehrt Fotos von Drogen und Waffen eingestellt werden. Offenbar nutzen Kriminelle das Netzwerk als Verkaufsplattform.

In jüngster Zeit sind auf Instagram außerdem Fotos von Waffen aufgetaucht, die augenscheinlich zum Verkauf angeboten werden. Anders als in Europa ist der Verkauf von Waffen in den USA legal, solange der Käufer sich einem umfassenden Background-Check unterzieht. Instagram bietet Käufern mit krimineller Vergangenheit die Möglichkeit, diesen Check zu umgehen.

Bei den Drogen handelt es sich hauptsächlich um verschreibungspflichtige Medikamente, die hochwirksame Inhaltsstoffe enthalten. In einem Fall wurde ein Foto einer Flasche gepostet, die mit einer violettfarbenen Flüssigkeit gefüllt ist. Der hier angebotene Hustensirup “Actavis” ist mit Codein versetzt. Dieses Opiat hat in höheren Dosen eine berauschende Wirkung und wird in der Partyszene in Verbindung mit Softdrinks wie “Purple Sprite” konsumiert. Ein Liter des Arzneimittels kostet umgerechnet etwa 500 Franken.

Möglich werden diese Exzesse, weil Instagram im Gegensatz zu Plattformen wie Ebay oder Amazon noch immer keine Regeln aufgestellt hat, was verkauft werden darf und was nicht. Die Verantwortlichen haben nach eigener Aussage nun damit begonnen, sogenannte “Hashtags” (ein anderes Wort für Meta-Tag) zu sperren, über die Kaufwillige auf entsprechende Seiten kommen. Den Handel mit legalen Medikamenten wie Actavis wird man damit aber kaum unterbinden können.

In den meisten europäischen Ländern ist es nicht verboten, Fotos von Betäubungsmitteln ins Internet zu stellen. Erst wenn der Nutzer den Eindruck bekommt, dass es sich um ein Verkaufsangebot handelt, müssen die Strafverfolgungsbehörden einschreiten. Spätestens dann, wenn User sich in Kommentaren nach Lieferbedingungen oder Preisen erkundigen, schaltet sich die Staatsanwaltschaft ein.

Überraschend ist, dass so viele Drogenhändler soziale Netzwerke wie Instagram nutzen, um ihre Ware an den Mann zu bringen. Es ist in der Szene seit Langem bekannt, dass Ermittler in Social Networks und einschlägigen Foren aktiv nach Dealern suchen. Bei Instagram werden Informationen mit Facebook ausgetauscht. Da dort die meisten User ihren richtigen Namen verwenden, können Kriminelle leicht dingfest gemacht werden.

 

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